Rheinland-Pfalz erprobt erste volldigitalisierte juristische Staatsprüfung in Deutschland
Rheinland-Pfalz erprobt als erstes Bundesland die volldigitalisierte juristische Staatsprüfung. Gemeinsam mit C.H.BECK entwickelt IQUL sichere und rechtskonforme Prüfungssoftware inklusive digitaler Hilfsmittel für juristische Staatsexamina.
Mainz / Köln, 26. Mai 2026 – Rheinland-Pfalz treibt die Digitalisierung des juristischen Prüfungswesens weiter voran und erprobt als erstes Bundesland die volldigitalisierte juristische Staatsprüfung.
Im Rahmen eines Probeexamens zur Vorbereitung auf die Zweite Juristische Staatsprüfung konnten rund 180 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare am 19. und 20. Mai 2026 erstmals nicht nur ihre Klausuren elektronisch anfertigen, sondern auch Gesetzestexte und Kommentare digital in der Prüfung nutzen.
Damit wurde ein zentraler Bestandteil juristischer Prüfungen erstmals vollständig in eine digitale Prüfungsumgebung überführt: Die bislang üblichen Papierwerke, Gesetzessammlungen und Kommentare konnten durch digitale Hilfsmittel ersetzt werden.
Für den juristischen Prüfungsmarkt ist dies ein bedeutender Schritt – weg von jahrzehntelang papierbasierten Prüfungsabläufen, hin zu einer modernen, praxisnäheren und technologisch verlässlichen Prüfungssituation.
Die digitalen Hilfsmittel wurden den Teilnehmenden auf einem zweiten Bildschirm bereitgestellt. Parallel zur Klausurbearbeitung konnten sie auf digitale juristische Literatur aus der eExamensbibliothek des Verlags C.H.BECK zugreifen.
IQUL stellt dafür nicht nur die technische Prüfungsinfrastruktur bereit, sondern entwickelt auch die sichere und rechtskonforme Prüfungssoftware, mit der digitale Klausurbearbeitung und digitale Hilfsmittel in einer kontrollierten Prüfungssituation zusammengeführt werden.
Das neue Produkt „Digitale Hilfsmittel“ ist das Ergebnis einer mehr als einjährigen Entwicklungszusammenarbeit zwischen IQUL und dem Verlag C.H.BECK. Ziel der Zusammenarbeit ist es, juristische Fachinhalte so in digitale Staatsprüfungen zu integrieren, dass sie unter Prüfungsbedingungen zuverlässig, sicher und benutzerfreundlich genutzt werden können.
Justiz- und Verbraucherschutzminister Dr. Helmut Martin erklärt dazu:
„Die Anforderungen an die juristische Ausbildung und Prüfung verändern sich stetig. Diesem Wandel begegnen wir mit der konsequenten Modernisierung unserer Prüfungsstrukturen. Rheinland-Pfalz zeigt erneut, dass Digitalisierung und rechtsstaatlich verlässliche Prüfungsverfahren erfolgreich miteinander verbunden werden können.“
Aus Sicht von IQUL zeigt die Erprobung, dass digitale Prüfungen längst nicht mehr nur die elektronische Eingabe von Antworten bedeuten, sondern ganze Prüfungsökosysteme verändern können.
Dr. Jonas vor dem Esche, Geschäftsführer der IQUL GmbH, sagt:
„Mit diesem Pilotprojekt wird sichtbar, wie die juristische Staatsprüfung der Zukunft aussieht: digital, sicher, praxistauglich und konsequent an den Arbeitsrealitäten moderner Juristinnen und Juristen orientiert.
Dass digitale Hilfsmittel erstmals direkt in eine staatliche Prüfungssituation integriert werden, ist ein Meilenstein für das Prüfungswesen.
Gemeinsam mit C.H.BECK haben wir über mehr als ein Jahr daran gearbeitet, juristische Literatur in eine sichere und rechtskonforme digitale Prüfungsumgebung zu bringen.“
Auch die Rückmeldungen der Teilnehmenden aus der Evaluation bestätigen die Relevanz des neuen Formats: 84 Prozent der Befragten gaben an, dass die Nutzung des zweiten Bildschirms ihren Arbeitsfluss während der Probeklausur unterstützt hat.
Rheinland-Pfalz hatte bereits zuvor eine Vorreiterrolle im elektronischen Examen eingenommen. Seit Oktober 2021 können Aufsichtsarbeiten der Zweiten Juristischen Staatsprüfung mit IQULs Technologie elektronisch angefertigt werden, seit August 2023 auch Klausuren der staatlichen Pflichtfachprüfung im Ersten Examen.
Mit der nun erprobten Kombination aus elektronischer Klausurbearbeitung und digitalen Hilfsmitteln folgt der nächste Digitalisierungsschritt.
Nach Abschluss der Erprobungsphase soll die vollständig digitalisierte Prüfung ab der nächsten Prüfungskampagne im Oktober in den regulären Prüfungsbetrieb überführt werden. Die Nutzung digitaler Hilfsmittel bleibt dabei – ebenso wie die elektronische Anfertigung der Klausuren – freiwillig.
Über IQUL
Die IQUL GmbH ist Deutschlands Marktführer für digitale Prüfungen, E-Assessment, SaaS-Lösungen und Full-Service-Testcenter.
Das Unternehmen entwickelt sichere und rechtskonforme Prüfungssoftware und unterstützt Hochschulen, öffentliche Institutionen, Ministerien, Kammern und weitere Organisationen bei der skalierbaren Durchführung digitaler Prüfungen.